Zur Entstehung des historischen Templer-Ordens

Der historische Templerorden entstand zur Zeit der Kreuzzüge. 1119 schlossen sich neun burgundische Ritter unter der Führung von Hugo von Payens in Jerusalem zu einer Gemeinschaft zusammen, um sich des bewaffneten Schutzes der unsicheren Pilgerwege und des Beistandes der Pilger anzunehmen. Vor dem Patriarchen von Jerusalem gelobten die Ritter - und das war das Besondere an ihrer Gemeinschaft - , sich ausschließlich dem Schutz und Beistand der Pilger zu weihen und in Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam ein klösterliches Leben zu führen. Der König von Jerusalem überließ ihnen einen Teil seines Palastes beim sogenannten Tempel Salomons. Danach nannten sie sich "Arme Ritter Christi vom salomonischen Tempel".

Das wachsende Ansehen der Gemeinschaft und ihre Förderung durch Bernhard von Clairvaux führte auf der Synode von Troyes 1128 zur Konstituierung des ersten Ritterordens der Kirche, der auf der Grundlage einer vom hl. Bernhard wesentlich mitverfassten Regel die mittelalterlichen Ideale von Mönchtum und Rittertum verband. Papst Alexander III. stattete 1163 den inzwischen stark angewachsenen Orden mit außergewöhnlichen Privilegien aus.

Schnell entwickelte sich der Orden als eine Art internationaler Friedenstruppe. Sie wurde zwangsläufig in die Abwehrschlachten gegen die Araber verwickelt und teilte die Niederlagen der Kreuzfahrerheere (1187). Nach dem Fall der letzten christlichen Bastion in Akkon (1291) verlegte der Großmeister seinen Sitz nach Zypern und schließlich nach Paris.

Wo der Orden sich ungestört entfalten konnte, leistete er fast zwei Jahrhunderte hindurch eine vorbildliche und für damalige Verhältnisse fortschrittliche soziale und caritative Arbeit. Er besaß unter den mittelalterlichen Orden zeitweilig das höchste Ansehen und das stärkste politische Gewicht.

Die Templer endeten in schändlichen Schauprozessen infolge eines Komplotts des Königs Philipp IV. von Frankreich mit dem Papst in Avignon (1307). Verleumdung und auf der Folter erpresste "Geständnisse" lieferten den Vorwand zur Aufhebung des Ordens (1312), ohne daß dieser von einem kirchlichen Gericht jemals verurteilt wurde. König Philipp ließ den letzten Großmeister Jakob von Molay, der die Unschuld des Ordens verteidigte, 1314 verbrennen.

Das Vermögen des Ordens eignete sich der König an; außerhalb Frankreichs wurden die Ordensgüter meist vom Johanniterorden übernommen. In Portugal blieb der Templerorden bestehen; er wurde lediglich in Christusorden umbenannt und später in eine weltliche Institution umgewandelt.

Inzwischen ist die längst überfällige Rehabilitation durch die Kirche vollzogen, die entsprechenden Unterlagen sind der Öffentlichkeit zugänglich  gemacht worden.

Die Templer erlebten seit dem 18. Jahrhundert mehrfach Wiederbelebungsversuch, etwa in England und unter Napoleon I. und III. in Frankreich. Sie trugen allerdings freimaurerischen Charakter.

Erst im 20. Jahrhundert erfuhr auch die christlich-templerische Ordensidee eine Erneuerung. Aus vielen Initiativen unterschiedlicher Qualität und Lebensdauer schälte sich seit längerem eine Grundhaltung heraus, die konsequente kirchliche Bindung mit entschiedener Ablehnung der Freimaurerei verbindet. Auf dieser Basis stehen mehrere autonome Gemeinschaften in Europa und Amerika, die neuerdings nach einer organisatorischen Einheit streben. Nicht zuletzt soll damit einer unseriösen Inanspruchnahme der templerischen Tradition entgegengewirkt werden.

Zur Entstehung des Internationalen Ökumenischen Templer-Ordens 

Einige Ordensbrüder gelobten1978 in Sermoneta, einem ehemaligen Besitztum des alten Ordens südlich von Rom, ein Leben auf christlich-kirchlicher Grundlage unter Anlehnung an klösterliche Lebensgewohnheiten, die man auch  "in der Welt" zu verwirklichen suchte. In gewisser Weise sind Vergleiche mit den klassischen Dritten Orden naheliegend.

Das deutsche Priorat trägt den Namen "Internationaler Ökumenischer Templer-Orden" (IOTO); es hat den rechtlichen Status eines eingetragenen Vereins mit anerkannter Gemeinnützigkeit. Von ihm ist auf dieser Homepage ausschließlich die Rede.